Friedrich von Schiller und die Frauen


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Der bedeutendste deutsche Dramatiker war auch ein echter Womanizer.

Friedrich von Schiller lebte die Freiheit und das Leben. Er schrieb nicht nur Weltliteratur und Theaterstücke, sondern auch schöne Gedichte für die Frauen, die er liebte.

Friedrich Schiller war kein Don Juan, auch kein Casanova, und erst recht kein schöner Mann. Er hatte struppige, flammend rote Haare, die Kamm oder Bürste kaum bändigen konnten, im Gesicht Pickel und Sommersprossen, graublaue, oft entzündete Augen, eine dünne, knorpelige Hakennase. Die Haut bleich und ungesund. Seine Statur dürr und lang; die steife, gebückte Haltung erinnerte an einen Storch, der mit X-Beinen und großen Füßen durch die Welt stakste. Mit einer Körpergröße von knapp Einsachtzig war er ungewöhnlich groß für einen Mann seiner Zeit. Er sprach mit eigenartig schriller Stimme und starkem schwäbischen Dialekt, war ein derber aufbrausender Mensch, ein Säufer und Völler mit lebhaften, erotischen Fantasien, der in jungen Jahren ständig Tabak schnupfte und es mit der körperlichen Hygiene nicht so genau nahm.

Die Frauen liebten Friedrich von Schiller

Seinen Mitmenschen war er suspekt, doch seine Anhänger glorifizierten ihn. Die Frauen lagen ihm zu Füßen. Sie liebten ihn und er sie. Was war das Geheimnis dieses Mannes, der bis zu seinem 21. Lebensjahr, bei seiner Entlassung aus der Stuttgarter Militärakademie, keinerlei sexuellen Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht hatte? Es waren nicht Charisma und Männlichkeit, es waren seine literarische Kraft und Ausdrucksstärke. Worte, nichts als Worte – das war alles, was er hatte, um die Herzen der Frauen zu erobern, und davon machte er reichlich Gebrauch.

Die Entzückung an Laura

Er genoss das Leben in vollen Zügen, hatte er doch einen gewissen Nachholbedarf. Die Kneipen und Boudoirs der Stuttgarter Altstadt wurden sein Zuhause. Er zechte mit Freunden, verzockte beim Kartenspiel seinen letzten Heller, machte Schulden und verfiel der Anziehung einer reifen Frau: Louise Dorothea Vischer, eine 30-Jährige blonde Witwe. Sie war seine Zimmerwirtin und Muse, ein „verwahrlostes Weib und eine wahre Mumie“ und dürfte diejenige gewesen sein, die dem jungen heißblütigen Poeten erstmals die Pforten zum Paradies öffnete, ihm die Wonnen der Lust lehrte. Schiller dankte es ihr mit „Entzückung an Laura“, einem der schönsten Gedichte deutscher Liebes-Lyrik.

Premiere in Mannheim: Schillers Die Räuber

Am 13. Januar 1782 wurde sein Stück „Die Räuber“ im Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt - Sensation ­ und Skandal zugleich. Schiller zelebrierte mit den Schauspielern bis tief in die frühen Morgenstunden seinen Erfolg. Eine neue Welt tat sich für ihn auf, das Theater wurde zur Bühne seiner Eskapaden. „Wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein!“ dichtete er in seiner Ode An die Freude. Affären mit den Schau-spielerinnen Sophie Albrecht, Karoline Ziegler, Katharina Baumann und Margaretha Schwan, der reizenden Tochter eines Mannheimer Buchhändlers lenkten den temperamentvollen Literaten von seiner Liaison mit der lebenslustigen Witwe ab, die sich nach seinem Auszug rasch mit einem 19-jährigen Jüngling tröstete.

Kabale und Liebe mit Caroline von Wolzogen

Schiller triumphierte, kostete seinen Ruf als Zelebrität und Rebell aus, zog die Gunst und Auf-merksamkeit weiterer Frauen auf sich und verliebte sich unsterblich in eine blutjunge Adelige, die 17-jährige Caroline von Wolzogen. Er machte sie zu seiner Heldin Louise in „Kabale und Liebe“, einem bürgerlichen Trauerspiel. Zweimal hielt der mittellose Dichter bei den Eltern um ihre zarte Hand an. Ohne Erfolg. Trost suchte der zerknirschte Verschmähte bei Charlotte von Kalb, die er im Mai 1874 in Mannheim kennen und lieben lernte. Sie war alles für ihn: Lehrmeisterin, Muse, Gönnerin, Vertraute und – exzentrische Geliebte. Eine anspruchs-volle, leider verheiratete Frau, die ihn verehrte, mit ihm von einem gemeinsamen Leben träumte, sich sogar scheiden lassen wollte, um ganz für ihren „Friedrich“ da zu sein.

Schiller und die Schwestern von Lengenfeld

Schiller verließ sie nach elf Monaten für immer. Es zog ihn nach Weimar, in den Dunstkreis von Herder, Wieland und Goethe. Hier in dieser deutschen Schicksalsstadt begegnete 1788 den Schwestern Caroline und Charlotte von Lengefeld, zwei Frauen, die fortan sein Leben – und auch sein Lieben - bestimmen sollten. Schiller mochte sie beide. Was folgte, war eine Ménage à trois, ein heiter-frivoles Dreiecksverhältnis. Die eine, Caroline, war lebhaft, zügellos und klug, die andere, Charlotte, ruhig, ausgeglichen und häuslich. Einem guten Freund gegenüber erwähnte er:Beide Geschöpfe sind, ohne schön zu seyn, anziehend und gefallen mir sehr.“

Abfall der Niederlande, ein Bestseller der Romantik

Und während sich der umtriebige Literat mit den Damen vergnügte, glaubte die verlassene andere Charlotte (von Kalb!) noch immer an eine gemeinsame Zukunft mit dem aufstrebenden Dichter-Genie und forcierte die Scheidung. Als sich die Gerüchte seiner amourösen Abenteuer bewahrheiteten, verbrannte sie in ihrer Wut die gesamte Korrespondenz mit dem Ex-Geliebten und zerstörte dadurch jegliche pikanten Details ihrer Beziehung. Schiller schrieb seine „Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung, seinen ersten Bestseller. Das Buch verkauft sich so gut, dass noch im gleichen Jahr eine zweite Auflage gedruckt wird. Die finanziellen Nöte des Dichters schienen vorbei zu sein. Seine Unabhängigkeit und sein exzessives Liebesleben gingen nach zehn Jahren zu Ende. Die von ihm geliebten Schwestern, von gegenseitigen Eifersüchteleien angestachelt, drängten auf eine Entscheidung. Obwohl er ein Zusammenleben zu Dritt bevorzugt hätte, fügte er sich in sein Schicksal, folgte dem Wunsch Carolines und heiratete, mehr aus Überzeugung als aus Liebe, am 22. Februar 1790 Charlotte von Lengefeld.

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